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1. Oktober 2008

Afrika: Der Kampf um Rohstoffe

In Kooperation mit dem Afrika-Verein der Deutschen Wirtschaft, der Europäischen Bewegung und der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern

Zusammenfassung

Afrika: Der Kampf um Rohstoffe

An der Podiumsdiskussion nahmen Dr. Peter Eigen (Extractive Industries Transparency Initiative, Chairman), Walter Englert (Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft, stv. Geschäftsführer), Dr. Ingo Friedrich (Quästor des Europäischen Parlaments), Germain Hagenbach (GATE, Mitgl. Des Aufsichtsrats, elf ehem. Geschäftsführer), Prinz Dah Bokpe von Allada-Benin (Académie Diplomatique Africaine), Dr. Beatrice Bischof (Gesellschaft für Außenpolitik, Mitglied des Vorstands) teil.

Die Diskussion hatte vier Themenschwerpunkte:
1. Boom der Rohstoffmärkte/Schwerpunkt Energiesektor/Armut in Afrika
2. Ressourcenfluch/Korruption
3. Europa und China im Wettlauf um Afrika
4. Business oder Entwicklungshilfe?

Es galt drei Kernfragen zu beantworten:
1. Warum ist Afrika trotz seines Reichtums an Rohstoffen immer noch von Armut betroffen?
2. Inwieweit ist Reichtum an Ölressourcen grundsätzlich als Instrument zur Verringerung der Armut geeignet?
3. Was ist zu einer nachhaltigen Entwicklung in Afrika notwendig?

Thesen zum Themenschwerpunkt 1:

Herr Englert: Es liegt im Interesse der deutschen Industrie die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu reduzieren, eine Diversifizierung zu erreichen. In den kommenden Jahren werden gewaltige Investitionen erwartet. Die Preise werden mittel-bis langfristig zurückgehen, aber nicht auf das Niveau von vor ein paar Jahren.
Herr Hagenbach: Die erdölimportierenden Länder Afrikas haben das Problem der steigenden Energiepreise-hilfreich sind alternative Energiequellen. Die Erdölexportierenden Länder stehen vor der Herausforderung den höheren Wert des Öleinkommens in niedrigere Armutsraten zu konvertieren. Größtes Problem ist die Verarbeitungsindustrie (ineffiziente Raffinerien) und die Infrastruktur (der Gasreichtum kann nicht genutzt werden).

Prinz von Benin: Afrika muss seinen Platz in der Demokratisierungsordnung finden, eine einfache Kopie der westlichen Demokratien wäre fatal. Afrika wird seine Milleniumsziele bis 2015 nicht erreichen. Afrika soll Arbeitsplätze vor Ort schaffen, dazu ist Ausbildung notwendig.

Thesen zum Themenschwerpunkt 2:

Dr. Eigen: Afrika wird als Spieler wahrgenommen, nicht mehr als Opfer. Problem der holländischen Krankheit. Bestechung war lange erlaubt. Nun gibt es eine neue Rechtslage (OECD Konvention). Aber es herrscht ein Gefangenendilemma wenn die Deutschen sich z.B. daran halten, die anderen aber nicht. Das Paradigma der Nationalstaaten ist veraltert, es werden globale Regeln, an die sich alle halten benötigt.Wichtig ist es v.a. Transparenz herzustellen: Initiativen von Transparency International sind: Publish what you pay, publish what you receive.

Thesen zum Themenschwerpunkt 3:

Dr. Friedrich: Es werden globale Regeln benötigt und um die Zukunft zu bewältigen auch gemeinsame Projekte. China muss sich an diese Regeln zu halten und ein seriöser Partner zu werden.

Thesen zum Themenschwerpunkt 4:

Prinz von Benin: Mit dem Menschenhandel (Austausch der Handelsströme mit dem Norden) begann die Korruption. Es ist die Investition in die Menschen notwendig, nicht in die Regierungsapparate. Unternehmertum soll als Hauptsäule in der Entwicklungshilfe betrachtet werden.

Ergebnis der Diskussion:
1. Es werden globale Regeln und gemeinsame Projekte benötigt.
2. Erdöl kann entwickeln.
3. China muss sich partnerschaftlich verhalten.
4. Lieber Kredite als Entwicklungshilfe, das fördert die eigene Verantwortung.

(Text: Dr. Beatrice Bischof)