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ANMELDUNG ERFORDERLICH 26. April 2017

Taiwan zwischen Trump und China – eine Insel im Spannungsfeld der Weltpolitik

Prof. Dr. Jhy-wey SHIEH, Repräsentant von Taiwan in der Bundesrepublik Deutschland

Zum Referenten: Professor Dr. Jhy-Wey SHIEH, geb. 1955 in Keelung, Taiwan, promovierte in Germanistik an der Universität Bochum. Er gilt als politisch engagierter Gelehrter, der eine Zeit lang auch eine politische Talkshow leitete – eine Seltenheit in Taiwan.

2005 bis 2007 war er erstmals Repräsentant von Taiwan in Deutschland. 2007 bis 2008 fungierte er als Minister und Regierungssprecher in Taiwan. Von 2008 bis 2016 war er Ordinarius an der Soochow Universität in Taipeh. Seit 2016 ist er wieder in Deutschland.

Zum Thema : Die im Zentrum des Westpazifik gelegene Insel Taiwan (36,006 qkm) ist seit 1949 ein zwischen Chinas Bürgerkriegsparteien umstrittenes Gebiet. Sie wird sowohl von der Volksrepublik China als auch von der nationalchinesischen Volkspartei Kuomintang und der sie ablösenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) beansprucht. Ab dem Koreakrieg (1950-53) unterstützen die USA die Regierungen auf Taiwan. Ab 1989 beginnt der Prozess einer gewaltlosen Demokratisierung Taiwans. Zuvor, 1979 brachen die USA ihre formalen Beziehungen zu Taiwan zwar ab, beschlossen dennoch mit dem Taiwan Relations Act eine gesetzliche Selbstverpflichtung der USA, Taiwan gegen Gewaltanwendung zu schützen und ihm Waffen zu verkaufen. Peking hingegen erließ 2005 ein Antisezessionsgesetz, das mit Gewalt droht, sollte Taiwan Schritte in Richtung auf seine Unabhängigkeit wagen oder Verhandlungen mit Peking endlos verschieben. Wie Donald Trump in einem Gespräch mit China’s  Präsident XI Jinping und auch sein Außenminister Rex Tillerson bekanntgaben, bleibt es für die USA in der Taiwanfrage beim Status quo der so genannten „One China Policy“. D.h. beide streitenden Parteien bekennen sich zu „einem China“ jedoch mit dem Recht einer je eigenen Interpretation. Taiwan’s Präsidentin TSAI Ing-Wen hingegen meint, über Taiwans Zukunft könnten nur seine 23 Million Bürger entscheiden.

Der Vortrag findet in deutscher Sprache statt.