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25. April 2013

The Western Balkans Symposium

Valentin Inzko spricht vor der Gesellschaft für Außenpolitik

Am 25. April 2013 veranstaltete die Gesellschaft für Außenpolitik ihr Westbalkan-Symposium. Das Programm kann hier eingesehen werden.

Teilnehmer

Eröffnung
Dr. Horst Mahr, Chairman Foreign Affairs Association

Panel 1: The Incomplete Peace
Major General Erhard Drews, Commander German Army Office, former Commander KFOR Kosovo, Priština
Samuel Zbogar, EU- Special Representative Kosovo, former Minister of Foreign Affairs of Slovenia
Ambassador Dr. Gerhard Jandl, Foreign Ministry for European and International Affairs, Vienna
Chair Prof. Dr. Marie-Janine Calic, Dean Faculty of History and the Arts, Ludwig-Maximilians-Universität München

Panel 2: Democratisation and European Perspectives
Nikolaus Count Lambsdorff, Commissioner for Southeastern Europe, Turkey and EFTA-Countries, Ministry for Foreign Affairs, Berlin
Dr. Višnja Samardžija, Institute for International Relations, Head Department for European Integration, Zagreb
Dr. Ritsa Panagiotou, Senior Research Fellow, Centre of Planning and Economic Research, Athens
Chair: Prof. Dr. Marie-Janine Calic, Dean Faculty of History and the Arts, Ludwig-Maximilians-Universität München

Panel 3: Coming to Terms with the Past  and Culture of Security
Nataša Kandic, Founder of the Humanitarian Law Center, Belgrade
Prof. Dr. Wolfgang Schomburg, former Judge at the International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia (ICTY) and Ruanda
Karl-Peter Schwarz, Foreign Correspondent for Middle and Southern Europe, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Chair: Dr. Hansjörg Brey, Director Southeast Europe Association

Abschlussvortrag
Ambassador Dr. Valentin Inzko, High Representative for Bosnia and Herzegovina, Sarajevo

Bilderauswahl des Symposiums

Zusammenfassung

Vor Serbien und Kosovo liegt noch ein weiter Weg

Die hochkarätigen Experten auf dem Westbalkan-Symposium der Gesellschaft für Außenpolitik Ende April 2013 zeigen sich in der Auseinandersetzung zwischen Serbien und Kosovo trotz den jüngsten EU-Vereinbarungen zur Entspannung eher skeptisch.

Es war ein Treffen von höchster Aktualität für die Teilnehmer des Westbalkan Symposiums. Die Gesellschaft für Außenpolitik hatte dazu am 25. April 2013 nach München eingeladen. Am Freitag zuvor war in Brüssel unter Leitung der Chefin der europäischen Diplomatie, Catherine Ashton, eine Vereinbarung zwischen den Ministerpräsidenten von Serbien und des Kosovos zustande gekommen. Erstmals 13 Jahre nach dem Konflikt haben sich die zwei Spitzenpolitiker, Ivica Dačić aus Serbien und Hashim Thaçi aus dem Kosovo auf ein Papier zur Entspannung des Konflikts geeinigt.

Doch Papier ist geduldig. Die hochkarätige Besetzung des Münchner Westbalkan Symposiums widerspiegelte die vielen offenen Probleme: Mit dem Hohen Vertreter der Internationalen Gremien, dem UN-Botschafter Valentin Inzko kam der oberste Machtinhaber von Bosnien-Herzegovina in die Münchner Residenz – eingesetzt von der Internationalen Gemeinschaft, die nach wie vor die Kontrolle ausübt und über demokratisches Verhalten im Land wacht. Sein EU-Kollege, der ehemalige Außenminister von Slowenien, Samuel Zbogar, und jetzige Hohe Sondergesandte der Europäischen Gemeinschaft für den Kosovo diskutierte die Position aus Sicht Brüssels, die sich nach diesen frischen Vereinbarungen zunächst einmal positiv gibt. Das internationale Militär, dem nach wie vor eine Schlüsselrolle zur Erhaltung des Frieden zukommt, zog eine andere Karte: Der ehemalige Kommandant der KFOR-Truppen im Kosovo, Generalmajor Erhard Drews berichtete von seinen Erfahrungen mit dem unvollständigen Frieden unmittelbar vor den Toren der EU und der brüchigen dortigen Staatsgewalt ist. Wo die Staatsgewalt sich schwer tut, kommt der Aufarbeitung der Kriegsverbrechen eine besondere Rolle zu: Professor Wolfgang Schomburg, bis vor kurzem noch Richter am Internationale Strafgerichtshof und dort zuständig für das Jugoslawien-Tribunal, traf in München auf eine altbekannte Mitstreiterin, Nataša Kandić. Die mutige Kämpferin für den Frieden hat unter größten Schwierigkeiten alle Kriegsverbrechen in dem von ihr gegründeten Dokumentationszentrum zusammengetragen. Die Veranstaltung wurde initiiert von Dr. Horst Mahr, 1. Vorsitzender der Gesellschaft für Außenpolitik und der Dekanin für Geschichte, Professor Marie-Janine Calic von der Ludwig-Maximilians-Universität. Dass den Bayern das Thema am Herzen liegt zeigte die Liste der Sponsoren für das Symposium der Gesellschaft für Außenpolitik, angefangen von der UniCredit Group, über die Deutsche Bank bis hin zu Siemens. (Text: Irene de Monte-Robl)