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13. März 2018

Menschenrechte wahren – Der Auftrag des Lutherischen Weltbundes angesichts der Flüchtlingsbewegungen

Pfarrer Dr. h.c. Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Genf

Während noch vor zwanzig Jahren ca. 80 Prozent der Flüchtlinge vor den Folgen von Naturkatastrophen Schutz suchten und ca. 20 Prozent vor Konflikten und Gewalt flohen, hat sich diese Verhältnis heute ins Gegenteil verkehrt: 80 Prozent der Flüchtlinge fliehen derzeit vor Krieg, Gewalt und Konflikten. Diese Statistik macht deutlich, wo eine systemische Ursachenbekämpfung anzusetzen hat. Die Lage in Europa unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg und die aus der neuen geopolitischen Aufteilung Europas resultierende massive Migration und Vertreibung stellten im Jahr 1947 eines der Hauptmotive für die Gründung des Lutherischen Weltbunds dar. Lutherische Kirchen weltweit schlossen sich damals zusammen, um sich gemeinsam der Herausforderung von Migration und Vertreibung zustellen. Sie verstanden dies als einen konkreten Ausdruck christlicher Verantwortung. Heute wirkt der LWB als fünftgrößter Partner des UNHCR an der Betreuung von weltweit 2,3 Millionen Flüchtlingen mit – in Kenia, im Nordirak, in Jordanien. Er tut dies aus tiefer Glaubensüberzeugung. Die Zuwendung zum leidenden Nächsten gehört unveräußerlich zur christlichen Identität.
Menschenrechte wahren angesichts der Herausforderungen durch die weltweite Flüchtlingsbewegung – Pfr. Dr. h.c. Martin Junge wird hierzu sprechen und seine Thesen zur Diskussion stellen. Er ist der erste Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), der aus Lateinamerika stammt. 1961 geboren, studierte er Evangelische Theologie an der Universität Göttingen. Nach einem Gastvikariat in Hannover kehrte er 1987 nach Chile zurück und wurde 1989 zum Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile (Iglesia Evangélica Luterana en Chile – IELCH) ordiniert, deren Präsident er von 1996 bis 2000 war. Der Rat des LWB wählte Junge bei seiner Sitzung im Oktober 2009 zum Generalsekretär. Er trat dieses Amt am 1. November 2010 an. Junge erhielt 2017 den Augsburger Friedenspreis.

Begrüßung: Dr. Horst Mahr, 1. Vorsitzender der Gesellschaft für Außenpolitik
Einführung: Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing