15.01.2026 - 19:00 Uhr
Das Jungen Forums der Gesellschaft für Außenpolitik lädt ein:
Der Sturm auf das US-Kapitol und der Angriff von Bolsonaros Anhängerinnen und Anhängern auf das brasilianische Parlament verweisen auf eine besorgniserregende Entwicklung für die liberale Demokratie: Eine mobilisierte, aber zahlenmäßig begrenzte Minderheit stellt die Legitimität demokratisch gewählter Regierungen infrage – teilweise auch mit Gewalt. Das Vertrauen in Wahlergebnisse, Institutionen und die Politik des Mehrheitsprinzips scheint zu erodieren. Demokratische Entscheidungsverfahren erweisen sich damit als fragil, und ihre normativen, wie institutionellen Voraussetzungen rücken erneut ins Zentrum politikwissenschaftlicher Analyse.
Der Vortrag diskutiert, wie die Politikwissenschaft diese „Tyrannei der Minderheit“ konzeptionell erfassen kann – und welche Konsequenzen sich daraus für das Verständnis demokratischer Stabilität im 21. Jahrhundert ergeben.
Einführung: Victoria Neubert, stellv. Vorsitzende des Jungen Forums
Stefan Matern ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politische Theorie am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). In Forschung und Lehre befasst er sich mit Politischer Theorie, insbesondere mit Demokratietheorie und Rechtsphilosophie sowie Populismus- und Propagandatheorie. Seine Arbeiten verbinden demokratietheoretische Fragen mit Perspektiven aus der Sozialpsychologie und richten den Blick auf politische Kommunikation, Polarisierung und die normativen Voraussetzungen liberaler Demokratien. Matern promovierte an der LMU mit einer Arbeit zu Edward L. Bernays und der Theorie politischer Propaganda in der liberalen Demokratie.
Anmeldung
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich
Ort
Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft München
Amalienstraße 38
80799 München
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